Zum Hauptinhalt springen

Schöpfungswanderung 2022 (geplant)

Die Kölner Schöpfungswanderung war 2020 wegen der Corona-Pandemie ausgefallen und wurde im letzten Jahr auf den 3. Oktober verlegt. Wie es zur Zeit aussieht, sollte sie in diesem Jahr wieder am 1. Mai stattfinden können. Da der 1. Mai diesmal auf einen Sonntag fällt, wird um 11 Uhr zunächst die Teilnahme am Gottesdienst in der Erlöserkirche in Rath-Heumar angeboten. Auswärtige Teilnehmer können wie schon oft um 10:30 Uhr an der Endhaltestelle Linie 9 ankommen und den kurzen Weg zur Erlöserkirche gehen. Möglich ist aber auch ab 12 Uhr an der Erlöserkirche auf den Beginn der Wanderung von dort zu warten. Das vorläufig geplante Programm lässt sich dem folgenden Dokument entnehmen:

Forum Wissenschaftstadt Bonn

Eine jeweils im Wintersemester stattfindende Vortragsreihe des katholischen Bildungswerks Bonn, zu dem der Verein im Jahr 2000 die Anregung gegeben hatte und zu der er seitdem im Namen der ND-Region Bonn als Mitveranstalter auftritt. Die ~90 minütigen Abendvorträge mit Diskussion fanden in den letzten 10 Jahren im Hauptgebäude der Universität Hörsall VII (bzw. 2020+2021 wegen Corona online) statt.

Flyer der AK-Tagungen

Zu den Tagungen des ND-Arbeitskreises „Naturwissenschaft und Glaube“ werden Einladungen in Form von Flyern erstellt, aus denen die Inhalte, das Programm sowie die Anmelde- und Anreisewege hervorgehen. Im Archiv sind die Flyer vieler AK-Tagungen, die in den letzten Jahren stets im Bildungshaus Kloster Salmünster (oder online) stattfanden, zur Ansicht bereit gestellt.

Schöpfungswanderung

Seit dem Jahre 2006 organisert der Verein „Naturwissenschaft und Glaube e.V.“ (NuGeV) zusammen mit der Teilhard-Gesellschaft (NRW) im Umfeld der Naturschutzgebiete Konigsforst und Wahnheide östlich von Köln jährlich eine sogenannte Schöpfungswanderung. Neben der Auseinandersetzung mit einem Umweltthema werden im Rahmen der Wanderung meditative Texte im Bereich von Natur- und Schöp-fungsspiritualität gelesen. Die Wanderung findet meist am 1. Mai statt, u.a. weil an diesem Tag im Jahr 1881 der französische Philosoph und Pälaontologe Teilhard de Chardin SJ geboren wurde, dem die beiden Vereine geistig sehr verbunden sind. Als Vorreiter einer evolutiven, der Wissenschaft zugewandten christlichen Weltsicht, steht sein Geburtstag auch als Zeichen für einen modenen Schöpfungsglauben.

Evolution und Theologie

Widersprechen Zufälle dem Plan Gottes?

12. Oktober 2021, 19:30 Uhr  DOMFORUM Köln - das thema;
  VA-Nr. 7101013001

Generell gilt die Evolution seit Teilhard de Chardin (1881 - 1955) als Schöpfungswerkzeug Gottes. Er konnte damit die Worte der Bibel in Einklang mit naturwissenschaftlichen Erkenntnissen bringen. Sieht man jedoch genauer hin, dann erscheinen die Mechanismen der Evolution (Mutation und Selektion) ethisch nicht unproblematisch: Mutationen entstehen anscheinend zufällig - bisher konnten die Naturwissenschaften keinen richtungsweisenden Mechanismus dahinter entdecken. Es entstehen mehr Fehlschläge als Fortschritte und dadurch Leid - als Teil der "Methode". Hier ist anscheinend Zufall der "Plan". 

Auch die Selektion scheint christlichen Grundsätzen zu widersprechen, implementiert sie doch das Recht des Stärkeren. Wie sind diese Details der "Schöpfungsmethode" mit christlichem Glauben in Einklang zu bringen? In der Heiligen Schrift gibt es bereits Hinweise auf diese Problematik - und aufgrund unseres heutigen Wissens können wir sie neu interpretieren.

 
Prof. Dr. Wolfgang Schreiner, Med. Computerwissenschaften, Leiter d. Inst. f. Biosimulation u. Bioinformatik, Med. Universität Wien

DOMFORUM | Domkloster 3, 50667 Köln

Gebühr: gebührenfrei 

Auskunft: Dr. Clemens Breuer | 0221 925847-56 | Infoflyer

Einlass-Ticket buchen

 
Veranstalter:

Katholisches Bildungswerk Köln 

AK-Tagungsbericht-2-3-Juli-2021

Ist außerirdisches intelligentes Leben mit dem Christentum vereinbar?

Das kommt darauf an, wie wir das Christentum interpretieren“, so die Antwort von Armin Kreiner, Emeritus der Fundamentaltheologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Der Arbeitskreis Naturwissenschaft hatte ihn und die Bochumer Astrophysikerin und Direktorin des dortigen Planetariums, Susanne Hüttemeister, zur digitalen Konferenz eingeladen. Mit von der Partie war auch der Kölner Exoplanetenforscher Sascha Grziwa, der bei der Einführung in dieses neue Forschungsgebiet seine Unterstützung angeboten hatte.

Wie Frau Prof. Hüttemeister ausführte, ist nach heutigem Stand der Wissenschaft mittlerweile die Existenz von über 4600 Exoplaneten erwiesen, von denen sich 60 (siehe Zoombild) in der „habitablen Zone“ um einen nahen Stern bewegen und auch von der Größe und Art eine mögliche Eignung für Leben aufweisen könnten. Auch der uns nächstgelegene Stern weist einen solchen Exoplaneten mit Namen Proxima Centauri b auf, ist aber dennoch 4,2 Lichtjahre von uns entfernt, während das Licht unserer eigenen Sonne nur 8 Minuten bis zu uns braucht.

So oder ähnlich konnten die Teilnehmer die Vortragsfolien und rechts unten die Referentin während des Vortrags sehen

Die einzige Chance zu erkennen, ob auf einer dieser für Leben geeigneten Exoplaneten wirklich auch Leben entstanden ist, scheint die Analyse möglicher Atmosphären auf diesen Exoplaneten, da diese über zusätzliche Spektrallinien im Licht des Sterns, abhängig vom Stand des Planetenumlaufs in einigen Fällen bereits gelungen ist. Das bei möglichen Kandidaten genauer zu untersuchen, soll in Zukunft durch das neue James-Webb-Weltraumteleskop und geplante, noch größere irdische Teleskope ermöglicht werden. Als untrügliches Zeichen für Leben gelten vor allem Linien von Ozon, da sie kaum anders als durch Sauerstoff produzierende, der Photosynthese ähnliche Vorgänge auf einem Planeten möglich erscheinen.

Was wäre, wenn auf einem solchen Exoplaneten nicht nur Leben, sondern intelligentes Leben analog zu dem unseren nachgewiesen würde? Der aufklärerische Philosoph Thomas Paine, einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten von Amerika, formulierte schon vor über 200 Jahren, dass ein solcher Nachweis das Christentum auf einen Schlag erledigen würde, denn es sei ja völlig undenkbar, die christliche Heilsgeschichte kosmisch zu extrapolieren. Diese sei völlig auf Jesus Christus und sein irdisches Erlösungswerk fokussiert.

Diese Argumentation, die seither immer wieder vorgetragen wird, überzeugte Armin Kreiner nicht. Vielmehr schlug er vor, eine Neuinterpretation der Menschwerdung des göttlichen Wortes (Logos) in den Blick zu nehmen, die sich grundsätzlich durchaus in verschiedenen, dafür geeigneten planetaren Welten ereignen könne. Damit wird die Inkarnation allerdings von der historischen Person des Jesus von Nazareth entkoppelt und zur „Metapher“ für ein grundlegendes, erlösendes Ereignis der Verbindung geschöpflich-intelligenten und göttlichen Lebens. Will man nicht in diese Richtung denken, so Kreiner, dann sei man gezwungen anzunehmen, dass das Christusereignis hier auf der Erde kosmisch einmalig ist und demnach von Christen sobald es zukünftig einmal möglich würde, in einer „intergalaktischen Mission“ über das gesamte Universum verbreitet werden müsste.

Wie in der Diskussion deutlich wurde, lag es auch für die Teilnehmenden sehr viel näher, dass ein universaler Heiliger Geist auch auf selbstbewusste, personale Wesen anderer Planeten eine Wirkung mit einer der christlichen Heilsgeschichte vergleichbaren Entwicklung ausübt. Letztlich werfen Erkenntnisse über mögliche, weit entfernte „Verwandte“ somit auch ein Schlaglicht auf unsere eigene Vorstellung von der Inkarnation Gottes.

In einem abschließenden Gottesdienst beschäftigte sich Pfarrer Bernd Weckwerth mit der neuen Welt des Himmels. Dieser müsse nach heutigem Denken immer etwas mit unserem Leben und mit der Entwicklung des Kosmos zu tun haben.

                                                                                              Kurt Schanné und Gerd Weckwerth